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2005 / Nr. 7
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| Allensbach am Bodensee, Mitte April 2005 - Auch in einer Zeit, die durch Technik und Wissenschaft geprägt ist, hat der Aberglaube seine Überzeugungskraft nicht verloren. Im Gegenteil, aus den Umfragen, die das Institut für Demoskopie Allensbach seit Jahrzehnten zu diesem Thema durchführt, wird deutlich, daß der irrationale Glaube an gute oder schlimme Vorzeichen in der Bevölkerung lebt und heute weiter verbreitet ist als noch vor einem Vierteljahrhundert. 42 Prozent der Deutschen glauben daran, daß das vierblättrige Kleeblatt Gutes bedeutet. 40 Prozent denken, daß es irgendwie lebensbedeutsam ist, am nächtlichen Himmel zufällig Sternschnuppen zu sehen. 36 Prozent halten die Begegnung mit einem Schornsteinfeger für ein Glück verheißendes Omen.
Eher gefürchtet wird die Zahl 13. Mehr als jeder vierte (28 Prozent) will nicht ausschließen, daß solche Zahlenmagie tatsächlich bedeutungsvoll sein könnte. Ähnlich ist es mit den schwarzen Katzen, die einem von links über den Weg laufen. Jeder vierte (25 Prozent) sieht darin ein ungutes Vorzeichen.
Die Langzeitstudie zum Aberglauben, die das Allensbacher Institut seit 1973 durchführt, zeigt, daß die Bevölkerung all diesen und anderen Signalen aus der Welt des Aberglaubens heute mehr Bedeutung beimißt als in den 70er Jahren. In Westdeutschland haben damals nur etwa halb soviele Menschen (22 Prozent) an einen bedeutungsvollen Zusammenhang zwischen einem zufällig durch den Weltraum sausenden und verglühenden Meteoriten und demjenigen geglaubt, der ihn zufällig sieht. Auch, daß ein vierblättriges Kleeblatt das Glück anziehen könnte, glaubte damals ein sehr viel kleinerer Teil der westdeutschen Bevölkerung (26 Prozent) als heute (42 Prozent). Und umgekehrt, daß man vorsichtshalber immer auf die Zahl 13 achten müsse, meinten damals nur 17 Prozent, heute glauben das 28 Prozent.
Während die Bevölkerung in Ostdeutschland im allgemeinen in Glaubensfragen sehr viel weniger aufgeschlossen ist als die Bevölkerung in Westdeutschland, unterscheidet sie sich in puncto Aberglauben so gut wie gar nicht von der westdeutschen. Hier wie dort lehnen es nur jeweils 32 Prozent aller Erwachsenen ab, den Zeichen aus der Welt des Aberglaubens überhaupt irgendeine Bedeutung zukommen zu lassen.
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