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2003 / Nr. 7
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| Allensbach am Bodensee, Anfang April 2003 - Der Arztberuf genießt in Deutschland seit langer Zeit ganz besonderes Ansehen. An zweiter Stelle auf der Liste hoch angesehener Berufe steht der Beruf des Pfarrers, des Geistlichen, dem von 39 Prozent der Bevölkerung ein ganz besonderes Ansehen attestiert wird. Die Berufe des Hochschulprofessors (30 Prozent) und des Unternehmers (30 Prozent) rangieren an dritter und (der Unterschied liegt in den Prozentzahlen hinter dem Komma) vierter Stelle auf der aktuellen Allensbacher Berufsprestige-Skala 2003, die jetzt im Februar/März in einer repräsentativen Bevölkerungsumfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach aktualisiert wurde.
Die Frage, die das Institut für Demoskopie Allensbach seit 1966 in einem Mehrjahresrhythmus an die Bevölkerung richtet, lautet: "Hier sind einige Berufe aufgeschrieben. Könnten Sie bitte die fünf davon heraussuchen, die Sie am meisten schätzen, vor denen Sie am meisten Achtung haben?" Den Befragten wird dabei jedesmal eine Liste mit 18 Berufen vom Arzt über den Pfarrer, den Rechtsanwalt, den Ingenieur, den Politiker, den Studienrat bis zum Gewerkschaftsführer vorgelegt. Auf den untersten Stufen der Berufsprestige-Skala rangieren die Berufe der Politiker (8 Prozent), der Gewerkschaftsführer und der Buchhändler (jeweils 7 Prozent). Gegenüber der letzten Umfrage an Ansehen gewonnen hat der Beruf des Ingenieurs (plus 3 Prozentpunkte), an Prestige verloren haben die Journalisten (minus 5 Prozentpunkte), die Schriftsteller und Atomphysiker (jeweils minus 4 Prozentpunkte).
Obwohl den ärztlichen Berufsstand weiterhin eine besondere Aura umgibt, wird der Glanz seit den 80er Jahren allmählich matter. Gründe dafür dürften die Auseinandersetzungen innerhalb des Gesundheitssystems in Deutschland, Abrechnungsskandale und Ärzteschelte wegen Kunstfehlern und Fehlbehandlungen sein, über die in den Medien zunehmend berichtet wurden. 1966 zählten 84 Prozent der Westdeutschen den Arztberuf zu den fünf Berufen, vor denen sie am meisten Achtung haben. Inzwischen sagen das noch 70 Prozent im Westen.
In einem Land wie Deutschland, das in der Vergangenheit ganz besonders auf seine "produktive Intelligenz", auf die Berufe in Forschung und Lehre, stolz war und bis heute qualifizierte Leute in diesem Berufsbereich braucht, wirkt es eigentümlich, wie sehr der Beruf des Hochschulprofessors an Prestige verloren hat. Mitte der 60er Jahre hatten in Westdeutschland immerhin 44 Prozent der Bevölkerung ganz besondere Hochachtung. Mittlerweile bekunden in der Befragung zum Berufsprestige von Spitzenberufen nur noch 29 Prozent besondere Achtung vor dem Hochschulprofessor. In Ostdeutschland war das Prestige des Hochschulprofessors im Laufe der 90er Jahre rapid verblaßt, hat sich aber in den letzten Jahren wieder deutlich verbessert. 35 Prozent der Ostdeutschen zählen den Hochschulprofessor inzwischen zu den Berufen, vor denen sie besonderen Respekt haben.
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